Glücklicher Sieg der 1. Mannschaft in Herzogenrath
Im Auswärtsspiel in Herzogenrath traten wir ohne Ersatzproblem mit Julian, Stefan, Sebastian, Harry, Benjamin, Julian, Pascal und mir an.
Es fing nicht gut an. Pascal hatte im beschleunigten Londoner System mit Schwarz kurz rochiert, während der Gegner schon lang rochiert hatte. Er stand schon nach 8 Zügen vollkommen im Hemd. Auch Julian verlief sich mit Weiß im Sizilianer und stand sehr passiv. Julijan übersah eine Kombination, durch die er einen Bauern verlor. Harry hatte mit Weiß eine seiner typische Knetstellungen, die Schwarz sicher nicht gefallen hat. Er konnte dann mit Turm und Dame auf der c-Linie eindringen. Stefan machte schon nach 15 Zügen und Sebastian nach 18 Zügen Remis. Auch Pascals Partie wurde zu einer Kurzpartie. Der Gegner führte seinen Angriff sehr genau. Nach 19 Zügen war Pascals Königsstellung abbruchreif geschossen. Kurze Zeit später gewann Harry eine Figur und der Gegner gab auf.2-2.
Aber es sah jetzt nicht mehr gut aus. Denn Benjamin, der eigentlich relativ gut aus der Eröffnung herausgekommen war, griff daneben. Auch Julians Stellung war nach und nach immer schlechter geworden. Obwohl in beiden Stellungen kein Materialverlust da war, zweigte das Stockfish-Barometer mehr als 5 Punkte für die Gegner. Julijan kämpfte im Doppelturmendspiel immer noch mit einem Bauer weniger. Einzig bei mir sah es sehr gut aus. Mein Gegner spielte im Aljechin eine Variante mit Bauerklau. Der war aber nicht gut. Ich bekam für den Bauern eine sehr aktive Stellung mit Freibauer und eine nachhaltige Entwicklungsstörung des gegnerischen Königsflügels.
Dann begann die Wende.

Bei Benjamin hatte der Gegner mit Weiß die Gewinnmöglichkeit mit 29. Td5. Der Zug verhindert die von Benjamin geplante Notbremse mit 29. ... Txb3 zum Dauerschach (s. Diagramm). Stockfish sagt +6 für Weiß. Aber der Gegner sah es nicht und zog 29. Dd2. Damit konnte Benjamin den Angriff durch Damenabtausch überleben und erreichte eine Remis-Stellung. Dann verwandelte ich meine aktive Stellung in einen Sieg. 3,5-2,5 für uns. Julijan hatte in seinem Turmendspiel zwar immer noch einen Bauer weniger. Aber er hatte Bauerschwächen beim Gegner gemacht und hatte den aktiveren Turm. Das war schon sehr remisverdächtig. Dann kam in Zeitnot der zweite Glücksfall bei Julian.

Julian mit Weiß hatte gerade auf g4 einen Bauern gewonnen. Aber die Stellung ist -8 mit 32. ... d3 für Schwarz (s. Diagramm). Stattdessen kam in Zeitnot 32. ... Ld3+ (nur -3). nach 33. Ke1. Dann kam 33. ... Le4? (Jetzt 0,0) wegen 34. Sh3. In dem Moment hatte Julijan sein Turmendspiel Remis gemacht. 4-3 für uns. Jetzt musste der Gegner von Julian nach verschenktem Gewinn eine Remis-Stellung gewinnen. Letztendlich gewann Julian das Spiel sogar noch. Damit gewannen wir den Mannschaftskampf mit 5-3.
Michael Esser

